Gemäß der aktuellen Regelung werden in Berlin die Schulbudgets auf Basis der Anzahl an Schülern in einem Bezirk vergeben. Die Bezirke streben demnach eine maximale Belegung der Klassen an, um möglichst Gebäude- und Personalkosten sparen zu können.
Benachteiligung sozialer Brennpunkte
Vor diesem Hintergrund sind Bezirke in sozialen Brennpunkten doppelt benachteiligt:
- Bei gleicher Schülerzahl und damit gleicher Finanzausstattung müssen mehr Klassen unterrichtet werden
- Entsprechend muss auch den Klassen mehr geeigneter Unterrichtsraum zur Verfügung stehen
Damit die Verringerung der Klassenstärken in kritischen Bezirken also den gewünschten Effekt hat und kein „Papiertiger“ bleibt, muss eine entsprechende finanzielle Unterstützung sichergestellt sein!
Eine Lösung des Problems besteht in der Möglichkeit, die Bezugsgröße für die Zuteilung der Schulbudgets zu ändern:
- Nicht die Anzahl der Schüler in einem Bezirk soll für die Mittelvergabe entscheidend sein
- Stattdessen soll als neue Bezugsgröße die Anzahl an Klassen in einem Schulbezirk ausschlaggebend sein
- Diese Lösung wäre (weitgehend?) kostenneutral, so wie von der Bildungsverwaltung gefordert
- Sie würde vom Solidarprinzip Gebrauch machen – Bezirke mit sozial starker Struktur hätten größere Klassenverbände, was sich dort leichter abpuffern läßt; daraus frei werdende Mittel würden an Bezirke mit sozial kritischer Struktur zur Finanzierung von mehr kleineren Klassen umverteilt
- Die Organisationsrichtlinien zur Ausstattung mit pädagogischem Personal geben der Schulverwaltung weiter Einfluss auf die realen Klassenstärken und die Klassenzahl – einem Absenken aller Klassenfrequenzen (also auch in sozial starken Bezirken), um größere Zuteilungen zu erhalten, kann damit effektiv entgegen gewirkt werden
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